Sei doch etwas weiblicher

Liebe Frauen  

Ich wünsche euch einen wundervollen Weltfrauentag und habe mich dazu für ein kleines Beispiel entschieden, um es für euch hier in Worte zu fassen. Es ist mir bewusst, dass es tausend gewichtigere Themen in Bezug auf den Weltfrauentag gibt als das von mir gewählte. Denn Frauen mussten seit Anbeginn der Zeit für fast alle Grundrechte kämpfen. Diese Entwicklung erkennt man zum Beispiel im Mittelalter, als weibliche Nachfahren nur dann gewürdigt wurden, wenn sie in den fähigen Händen eines Mannes waren. Aber das Thema zieht sich weiter vom Scheiterhaufen bis hin zu den Suffragetten und einmal quer durch Europa mitten rein in die Hysterie von Freud bis hin zu den mutigen Gründerinnen der Me-Too-Bewegung und dem Untergang von Weinstein. Würde man alle Haltestellen dieser lan-gen und noch lange nicht beendeten Achterbahnfahrt der Gleichberechtigung abklappern, man wäre wohl ewig unterwegs.
Wie einige von euch bereits wissen, lebe ich in einer etwas kleineren Welt und befasse mich daher sehr gern mit Nischenthemen. Denn für mich sind sie eben alles andere als so klein, um in eine Nische zu passen. Sie sind zwar nicht beispielhaft für die Kämpfe, die von unseren Vorfahrinnen ausgetragen wurden, aber dennoch wichtig genug, um sie bewusst zu hinterfragen.  

Eines dieser Nischenthemen ist für mich ein oft gehörter Satz: «Silvia, benimm dich nicht so männlich!»  

Kennt ihr diese Momente, in denen es euch weder an Selbstbewusstsein noch an Zweifeln fehlt und ihr euch in einer Angelegenheit zu 100 Prozent sicher seid? Ihr wagt es dann, den Mund aufzumachen und eure Ansicht komplett standhaft zu erläutern – bis zu dem Augenblick, in dem euch etwas zögerlich, aber ganz bewusst ins Ohr geflüstert wird, dass ihr etwas zu männlich rübergekommen seid? Zu dominant. Zu selbstbewusst. Zu sachlich. Zu hart. Zu unnachgiebig. Zu bestimmt. Zu was weiss ich. Aber definitiv zu wenig weiblich – und das kommt eben gar nicht gut an.
Würdest du dich doch nur ein wenig weiblicher geben, vielleicht ein Kleid anziehen und die Haare nicht so streng frisieren. Ein Hauch von Lippenstift darf auch nicht fehlen. Weniger dominant auftreten und etwas nachgiebiger sein. Und dann, dann würden sie dich eben auch ernster nehmen. Aber wenn du weiterhin so männlich auftrittst, dann musst du dich eben nicht wundern ...

Aber vielleicht gibst du dich ja gar nicht so, sondern bist es einfach – und fühlst dich genau-so wohl in deiner Haut. Du magst deinen strengen Blick und die ungeschminkten Lippen genauso wie deine kurzen Haare. Die dominante Brille ist dein absoluter Liebling und dein Anzug erinnert dich an den von Charlie Chaplin. Der BH darf deines Erachtens auch ganz ohne verspielte Spitze auskommen und deine Nägel magst du schwarz lackiert am allermeisten. Deine Schuhe sind klobig und haben null Gemeinsamkeiten mit einem Bleistiftabsatz. Und wenn du den Mund aufmachst, dann hören dich ganz bestimmt auch diejenigen auf der hintersten Stuhlreihe. Deine Flüche sind bereits legendär, genauso wie deine Kenntnisse über Traktormotoren.

Eben, du bist halt nicht der weibliche Typ, sagt man(n). Aber was ist denn bitteschön weiblich? Sind es die Geschlechtsmerkmale oder das liebliche und nachgiebige Verhalten? Ist unterstellte fehlende Weiblichkeit nicht viel eher auch ein Synonym für eine Frau, die weiss, was sie will und das auch zeigt und dadurch weniger fügsam ist?

Weiblichkeit bedeutet für mich nicht, dass wir Frauen uns möglichst nicht männlich präsen-tieren müssen, sondern es geht ganz simpel einfach nur darum, ob WIR uns weiblich fühlen. Und daran gibt es nichts zu rütteln. Dafür braucht es auch keinen Busen mit einer Mindest-grösse, ein geblümtes Sommerkleid, eine sanfte Stimme oder eine weibliche Attitüde.

Ein Idealbild von Weiblichkeit lässt sich seit Jahrhunderten in unseren Körperformen, Haaren und sanften Stimmen wiederfinden – wenn wir uns von aussen betrachten. Künstler, Autoren, Maler und Fotografen haben unsere Weiblichkeit definiert anhand ihrer individu-ellen Geschmäcker und Vorlieben. Aber nirgendwo in der Geschichte der Frau findet man die Überlieferung einer Aussage oder künstlerischen Darstellung, dass die besagte Frau sich weiblich fühlt – und zwar unabhängig vom jeweiligen Idealbild.
Sich wohlfühlen als die Frau, die man ist und sein will, das ist in meinen Augen die Essenz der Weiblichkeit. Und die beginnt dort, wo es uns egal wird, ob wir als genügend weiblich betrachtet werden oder eben nicht. Der eigene Wohlfühlfaktor jeder Frau soll jegliche Ideale von unseren Betrachtern in die Flucht schlagen. Für immer.

Und so ganz nebenbei, nur weil ich gerne fluche, sehr bestimmt auftrete und besser schiessen kann als mancher Mann, hatte ich echt noch nie ein Problem damit, mich als ganze Frau zu fühlen! Im Gegenteil – ich bin schon fast eine kämpferische Amazone. Weiblicher geht’s eigentlich echt nicht, oder? Und wenn das nun zu wenig weiblich daherkommt, dann ist es definitiv nicht mein Problem, sondern das des Betrachters und seinen Idealvorstellungen.

Weiblichkeit ist MEIN Gefühl. Es wird in mir geboren und wächst zu dem heran, was ich sein möchte – und das fühlt sich unglaublich gut an!

zum weltfrauentag

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